Der richtige Start für einen Blog...

Starten wir also mit einer kurzen Vorstellungsrunde von neko Tiergesundheit.

Nach Jahren der klinischen Arbeit, der Mitarbeit im Tierschutz, der Vertretung in andere Praxen und der gestillten, wissenschaftlichen Neugierde in der Forschung kam nun die Frage auf, was kommt „danach“. Vieles hat mich interessiert und tut es noch heute, ein Lob an die Tiermedizin und auch damit an die tiermedizinische Ausbildung - unterm Strich haben wir Tierärzt*innen eine umfassende Grundlage für den Einstieg in ein Berufsfeld, dass kaum umfangreicher und vielfältiger sein könnte. So bietet sich uns doch die Möglichkeit, uns an einer Vielzahl von verschiedenen Bereichen einzubringen. Vom Amt, über Forschung, Klinik, Lebensmittelindustrie, Lehre, die bunte Pharmawelt und natürlich auch den Zoo nicht zu vergessen. Auch die Verlockung, im Ausland glücklich zu werden war groß, so ist doch das Jobangebot außerhalb unseres Landes sehr umfangreich und finanziell ermutigend.

Aber, wie bei so vielen, was hat mich hier und in der Praxis gehalten: die Familie, die Liebe und meine Katzen.

Die Suche nach einer eigenen Praxis in Berlin ist schwer. Entweder es findet sich nichts, ist zu teuer, zu alt, zu alles…nur nicht, was das Herz begehrt.

Und so kam es eines schönen Tages ganz unerwartet zu einem Besuch in der alten Provinzapotheke im Herzen des Kiezes. Obwohl die in die Jahre gekommenen Räume etwas Zuwendung nötig hatten, war es gefühlt um mich geschehen, als ich vor der Vorhang der Efeututen stand, die sich noch heute in der Galerie bei der KatzenWartezone befinden. Ja, sie so einige Jahre alt, genau genommen geboren 1978.

Vor meinem inneren Auge, taten sich bereits die neuen Räume und Möglichkeiten auf, und so kam es auch. Nach Stunden über Stunden, Staub, Farbe, Möbelbauen und Co. entstand so ganz allmählich etwas ganz Neues in Form einer Tierarztpraxis.

Viele fleißige Helfer waren am Werk, Freunde, Familie und natürlich mein Mann Daniel, den Sie auch heute noch regelmäßig im Alltag der Praxis begegnen können.

Die Planung zur Um- bzw. Neugestaltung der Praxisräume war komplex. Ich hatte das Riesenglück, in den vergangenen Jahren meines Berufslebens eine Vielzahl an Arbeitsplätzen kennen lernen zu können. Über Praxen, Büroräumen, Forschungseinrichtungen und den klassischen Verkaufsbereichen.

Das gab mir einen ganz erheblichen Vorteil bei der Gestaltung meiner eigenen Praxis. Ich konnte aus eigener Erfahrung ganz explizit sagen, was wichtig für eine funktionierende Praxis ist, beim Raumdesign sowohl ganz praktisch betrachtet als auch emotional-psychologisch.

Natürlich hätte ich hier und da gerne so Einiges noch ganz anderes gemacht, aber machen wir uns nix vor. Ein bisschen Kompromissbereitschaft ist immer an Board, insbesondere bei so einem fragilen Bereich wie der Medizin, hier müssen die Räume den klassischen Ansprüchen von Hygienekonzept und Arbeitssicherheit maximal genügen. Diese „Bedürfnisse“ einer Tierarztpraxis in Einklang mit (tier-)psychologischen-ästhetischen Kriterien wie "sich in einer Praxis wohlzufühlen“ und all dies trotzdem noch bezahlbar zu machen, war eine Herausforderung.

Diesen Einklag hinzubekommen, war mir persönlich ganz besonders wichtig.

Wie wirkt eine Praxis auf Sie und ihr Tier?!

Jeder von Ihnen ist unterschiedlich, jedes Tier hat seine eigenen Bedürfnisse und einige von Ihnen sind sicherlich hart im Nehmen und haben diesbezüglich weniger Ansprüche als andere. Aber ob Sie es merken oder nicht, eines haben Sie alle gemeinsam: Keiner von Ihnen möchte in einer Praxis mit Wandfliesen im Pathologiestil sitzen.

Was mich bei vielen Praxen, die mir angeboten wurden, ganz erheblich abgeschreckt hat, war eben genau das:

DIESE FLIESEN!

Ich weiß nicht wie das bei Ihnen ist, ich kann von mir aus durchaus behaupten: Ich mag eine Einrichtung mit Fliesen - reinlich, zeitlos schick und bei der heutigen Auswahl sicherlich auch designerisch mit einer schier endlosen Auswahl.

Aber…

weiß gekachelt, mit Fugen ohne Ende, aus denen Sie nie wieder den Desinfektions- und Uringeruch der letzten Jahrzehnte raus bekommen können - DAS hat mich fertig gemacht.

Eben das war dann am Ende auch ein wichtiger Grund, mit der alten Provinzapotheke das große, auch unsichere Abenteuer einer kompletten Neugründung einzugehen und eben auch alles  neuzugestalten.

Meine Praxis hat, um auf den Beginn dieses Absatzes zurückzukommen, ein wichtiges Konzept und das ist psychologisch.

Natürlich sind die Oberflächen und Materialen praktisch gewählt, d.h. lange nutzbar, so umweltfreundlich wie es möglich war, schadstoffarm bis - frei und ganz wichtig, gut zu desinfizieren.

 Was vielen nur unterschwellig auffallen wird, so hat die Praxis an paar besondere Merkmale. Zum Beispiel die Wandfarbe.

Auf diese wurde ich, zu meinem eigenen Überraschen, schon häufig angesprochen.

„Die macht so ruhig,", "Ist so angenehm", " Irgendwas daran fühlt sich gut an“.

Ich gebe zu, solche Aussagen fühlen sich wie Streicheleinheiten an.

Gewollt ist dieser Effekt natürlich, dass Sie mich darauf aber immer wieder ansprechen, kam dennoch unerwartet. Die Farbauswahl und die Gestaltung der Oberflächen hat sich unter anderem auf ein Buch gestützt (Farben der Gesundheit, Herausgeber Wolf. D.Karl). Ich kann Ihnen diese Buch auch für Ihre privaten Räume sehr empfehlen. Das Farbschema der Praxis „Beige-braun, Weiß, Grün“ kommt immer wieder in den Rubriken biologisch, gesund, wohltuend, schmerzfrei vor. So entstand nach und nach unsere heutige Farbzusammenstellung. Diejenigen von Ihnen, die bei uns traurigerweise schon Abschied von einem geliebten Familienmitglied nehmen mussten, habe vielleicht unseren „Ultraschallraum“ kennengelernt. Diesen Raum habe ich auf den Grundskizzen immer als „MuFuRa“ (Multifunktionsraum) bezeichnet. In diesem Raum, führe ich Ultraschalluntersuchungen, längere Infusionen, Sauerstoffbehandlungen und, eben (leider) auch oft zur stillen Abschiednahme, den letzten Weg der Einschläferung durch. Dieser Raum ist „gelblich“ gestrichen. Aus guten Grund. Der Raum ist fensterlos und dadurch sehr ruhig und für die Utraschalluntersuchungen besonders gut abdunkelbar. Räume ohne Fenster sind immer heikel. Das fehlende Tageslicht stimmt einen schnell unwohl und mal abgesehen davon, dass man dies ganz allgemein nicht haben muss, möchte man diese Empfindung bei einer so intimen und hochemotionalen Situation wie dem Abschiednehmen nicht haben. So wurde der Raum „gelb“. Das wenig Tageslicht, das ankommt, wird sonniger, die Stimmung etwas gehoben. Es klingt so banal und ist dennoch extrem wirksam. Wenn ich die Abschiednahme in anderen Räumen durchführe, dann hat das hygienische Gründe, das Tier ist so schwer und nicht gehfähig…wir haben leider ein paar Treppen zum MuFuRa zu überwinden... oder ganz banal, draußen scheint die Sonne und durchflutet unsere anderen Räume.

Diese Farbwahl und Raumgestaltung war besonders kritisch, ich hoffe sehr, dass sie ihren Sinn auch für Sie erfüllt.

 

Was den meisten von Ihnen neben der Farbgestaltung schon oft positiv aufgefallen ist, ist der „Wohnzimmer- Landhausstil" der Praxis.

Ein Holzboden war natürlich aus hygienischen Gründen nicht sinnhaft. Unser Upofloorboden wirkt dennoch etwas wohnlicher, ist absolut hygienisch, lädt sich nicht auf, bietet durch unsere Fußbodenheizung eine angenehme Wärme für unsere Vierbeiner, die es sich auf dem Boden gemütlich machen und gibt durch den Untergrund, wenn auch kaum spürbar, immer leicht nach. Das ist für uns rückenschonend und für Sie und ihre Tiere schallhemmend und fühlt sich „weicher“ als ein Holz- oder Steinboden an.

So könnte ich nun sicherlich weiter fortfahren, aber die wichtigsten Punkte sind genannt. Vielleicht fällt Ihnen bei Ihrem nächsten Besuch bei mir ja das ein oder andere kleine Detail noch auf, dass ich zur Psychohygiene eingebaut habe 😉

 

Nun soll dies der erste (etwas längere) Blogeintrag zum Start sein. Nun wissen Sie ein bisschen mehr darüber, was hinter „neko Tiergesundheit“ steht.

Ein kleines  „Geheimnis“ möchte ich aber noch lüften, denn die Frage kam auch schon allzu oft: "Wieso neko?" 

Es ist ganz einfach und auch sehr persönlich. Sie können anhand der oberen Zeilen vielleicht schon erahnen, dass ich einen kleinen Fabel für Schönes und Kreatives habe. So habe ich schon in jungen Jahren viel gemalt und gebastelt und meinen kreativen Werken einen namentlichen Stempel aufgesetzt. Dieser war neko. Das ist japanisch und heißt Katze und sinnbildlich mein Spitzname.

Mit meiner besonders großen Liebe zu Katzen - bitte, bitte, liebe Hunde, Kaninchen, Degus und Co. verzeiht mir, ich liebe auch euch!-  war es nach langer Überlegung, welchen Namen die Praxis nun tragen sollte, ganz plötzlich offensichtlich. Und so kam es zu

neko Tiergesundheit, kurz und knapp, wenn vielleicht mit diesem Hintergrund auch ein klein wenig kitschig. Aber es symbolisiert am ehesten meine große Verbundenheit zu meiner Praxis, die alles andere als ein Job ist.

 

Ich hoffe also, Sie haben zukünftig Freude an den kommenden Blog-Einträgen. Es wird wohl immer wieder Zeiten der „Stille und Leere“ hier geben, denn auch ich kann mich nicht vierteilen. Ich bin aber bemüht, Ihnen so gut es mir möglich ist, immer wieder mal ein paar neue, interessante Themen zur Verfügung zu stellen.

 

Wir „sehen“ uns dann also hier oder demnächst bei mir in der Praxis.

 

Ihnen alles Gute, bleiben Sie gesund und glücklich!

Ihre  Tierärztin Jennifer Geiseler